EU-"Milchpaket"

Das Milchpaket umfasst drei zentrale Elemente: Verhandlungsmacht der Produzenten, vertragliche Beziehungen und branchenübergreifende Organisationen.

Die europäischen Milchbauern sollen sich in Zukunft zu Erzeugergemeinschaften zusammenschließen können, wenn ihre produzierte Rohmilchmenge nicht mehr als 3,5% der gesamten Milcherzeugung der EU und nicht mehr als ein Drittel der gesamten nationalen Erzeugung eines EU-Landes beträgt. Diese Erzeugergemeinschaften existieren bereits in Deutschland in Form von Genossenschaften. Laut Deß trägt die Schaffung von Erzeugergemeinschaften dazu bei, dass "die Verhandlungsmacht der Produzenten gestärkt wird und die Milchbauern in Zukunft auf Augenhöhe mit den Molkereien verhandeln können".

Des Weiteren sieht das verabschiedete Milchpaket die Einführung von formalisierten, schriftlichen Verträgen vor. Es wird den Mitgliedsstaaten überlassen, die Verträge, die Umfang, Dauer und Preise regeln sollen, verplichtend einzuführen. Aus Gründen der Einfachheit werden Verträge von Molkereigenossenschaften mit ähnlichen Regelungen von der Verpflichtung ausgenommen.

Die branchenübergreifenden Organisationen sollen dabei helfen, die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der gesamten Nahrungsmittelkette zu fördern. "Der Kompromiss mag in manchen EU-Staaten sinnvoll sein, aber für Deutschland sind kaum Auswirkungen zu erwarten. Das Problem in Deutschland liegt meist nicht zwischen den Erzeugern und Molkereien, sondern zwischen Molkereien und ihren Abnehmern", so Albert Deß.

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Albert Deß MdEP

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