22.11.2017

Dringend benötigte Anpassungen der EU-Agrarpolitik bei der Halbzeitbewertung der GAP-Reform erzielt!

Die dringend notwendigen Anpassungen bei der Halbzeitbewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) durch die „Omnibus-Verordnung“ sind auf dem Weg. Unter der Federführung von Albert Deß handelten Vertreter des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und der Mitgliedstaaten einen Kompromiss aus. "Wir haben einen Durchbruch erzielt. Wichtige Elemente der Agrarpolitik zum Nutzen unserer Landwirte wurden angepasst: mehr Flexibilität, mehr Sicherheit. Damit wird die Landwirtschaft noch umweltfreundlicher“, so Berichterstatter Albert Deβ nach der heutigen Abstimmung im Landwirtschaftsausschuss.

Ziel des Abkommens ist die strukturelle Vereinfachung und eine praxisgerechte Anwendung der Agrarpolitik. Der Kompromiss bedeutet für unsere Landwirte mehr Optionen beim Greening und mehr Sicherheit beim Dauergrünland. Zahlreiche Maßnahmen werden vereinfacht, beispielsweise auch die Definition „aktiver Landwirt“. Mit Blick auf ein effizienteres und zeitgerechtes Eingreifen wird die Krisenreserve umgestaltet.

„Wir haben ein gutes Ergebnis für unsere Landwirte erreicht. Mit der Einigung wird die Agrarpolitik praxisgerechter und einfacher. Besonders freut es mich, dass es gelungen ist, die Möglichkeit zu mehr Biodiversität zu schaffen. So können in Zukunft im Rahmen des Greenings sowohl Honigpflanzen, Durchwachsende Silphie und Elefantengras angebaut werden. Zudem wurde bei Eiweißpflanzen der Gewichtungsfaktor von 0,7 auf 1,0 angehoben“, so Albert Deß weiter.

Einen Durchbruch gibt es auch beim Thema Dauergrünland. Nach dem unverständlichen Urteil des EUGHs zu Dauergrünland war es notwendig, eine Klarstellung zu erzielen, die sowohl rückwirkend gilt als auch für die Zukunft Rechtssicherheit gibt. Erheblich verbessert wurden auch die Bedingungen für die Zusatzprämie für Junglandwirte. Sie haben jetzt Anspruch auf die Zusatzprämie für volle 5 Jahre.

„Es ist uns gelungen, die Position der Landwirte zu stärken und eine Vereinfachung der europäischen Agrarpolitik zu erreichen. Es ist jetzt wichtig, dass die Vereinbarung rechtzeitig zum 1. Januar 2018 in Kraft tritt“, so Albert Deß abschließend.

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Albert Deß MdEP

Aktuelle Pressemeldungen

Mit einem Jahr Verspätung ist im Jahr 2015 die letzte Agrarreform in Kraft getreten. Jetzt sollen über 10 Millionen landwirtschaftliche Betriebe erneut mit einer neuen Reform konfrontiert werden.

„Es ist mir unverständlich, warum in jeder Wahlperiode für die Landwirtschaft eine komplett neue Reform auf den Weg gebracht wird. Warum verunsichert man mit einer neuen Reform die Landwirte in Europa? Besser wäre es, Korrekturen an der bestehenden Agrarreform vorzunehmen. Die Vorschläge des Agrarkommissars führen außerdem dazu, dass wir uns immer mehr von der Gemeinsamkeit einer Europäischen Agrarpolitik entfernen“, so Albert Deß. „Dabei waren es gerade diese Gemeinsamkeiten der Agrarpolitik, die jahrzehntelang eine unverzichtbare Klammer des Europäischen Einigungsprozesses,“ so Albert Deß weiter.

Die Internationale Grüne Woche 2019 – das Schaufenster der Landwirtschaft – findet zum 84. Mal in Berlin statt. Im Vordergrund steht in diesem Jahr das Thema „Digitalisierung in der Landwirtschaft“: Wie kann Digitalisierung und Datenschutz noch besser eingesetzt werden im landwirtschaftlichen Arbeitsprozess? Wie kann durch den Einsatz modernster Technik und Forschung die landwirtschaftliche Produktion noch umweltfreundlicher und dem Tier- und Pflanzenschutz noch besser Rechnung getragen werden? Wie kann durch den Einsatz von moderner Technik der Hunger in der Welt noch besser bekämpft werden?

„Angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung ist die Aufgabe der Landwirtschaft, die Menschen ausreichend mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen, wichtiger denn je. Unstrittig ist, dass dabei die Ressourcen wie fruchtbare Böden, Wasser und Energie geschont werden. Europa als einer der wichtigsten Agrarregionen und Forschungsstandorte der Welt kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu“, erklärt dazu Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.