01.09.2017

EVP-Partei zur Gemeinsamen Agrarpolitik: Strategie für die Zeit nach 2020

Die EU-Agrarpolitik steht vor großen Herausforderungen. Um diese bewältigen zu können und auch auf Fehlentwicklungen bei der jetzigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu reagieren, erstellten führende EVP-Agrarpolitiker unter der Schirmherrschaft von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ein Strategiepapier.

Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, stellt dazu fest: „In vielen Gesprächsrunden hat sich die EVP auf wichtige Eckpunkte für die zukunftsorientierte Ausrichtung der Agrarpolitik verständigt“. Wichtig sind für Albert Deß das klare Bekenntnis zur Beibehaltung der 2-Säulen-Struktur und die Aufforderung zur Überprüfung, das Greening in die 2 Säule zu verschieben.

„Landwirte müssen wieder eine stärkere Position in der Lebensmittelkette erhalten. Die Macht der Handelsketten ist zurückzudrängen. Weiter gilt es, Werkzeuge zu schaffen, um auf Krisen zeitnah und effektiv reagieren zu können“, so Albert Deß. „Die Bewältigung von Preisschwankungen und auftretende Krisen – beispielsweise ausgelöst zur Wetterextreme - sind wichtige Aspekte bei der Weiterentwicklung der GAP“, so Albert Deß weiter.
Ein wichtiger Punkt ist die Beibehaltung der Direktzahlungen, damit die Landwirte langfristig Planungssicherheit haben. Ziel der EU-Agrarpolitik muss es allerdings sein, diese EU-weit einheitlich festzuschreiben, wie das in Deutschland bereits der Fall ist. Die einheitliche Flächenprämie ist gerade für Grünlandbetriebe ein sehr effektives Steuerungsinstrument.

„Das Strukturpapier ist eine klare politische Botschaft der EVP an die Kommission. Die Gedanken und Empfehlungen müssen in den Vorschlag der Kommission zur Weiterentwicklung der GAP eingearbeitet werden, der 2018 vorgelegt wird. Die Agrarpolitik ist ein zentraler Politikbereich der EU, der nicht nur für die Landwirte, sondern für den ländlichen Raum insgesamt von entscheidender Bedeutung ist - europaweit sichert die Landwirtschaft direkt und im vor- und nachgelagerten Bereich ca. 44 Millionen Arbeitsplätze.

Die EVP war schon in der Vergangenheit immer ein zuverlässiger Partner der Landwirte. „Wir werden auch in der Zukunft unseren Beitrag leisten, die Landwirte zu unterstützen und den ländlichen Raum als Wirtschafts- und Erholungsraum zu erhalten und weiter auszubauen“, so Albert Deß abschließend.

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Albert Deß MdEP

Aktuelle Pressemeldungen

Mit einem Jahr Verspätung ist im Jahr 2015 die letzte Agrarreform in Kraft getreten. Jetzt sollen über 10 Millionen landwirtschaftliche Betriebe erneut mit einer neuen Reform konfrontiert werden.

„Es ist mir unverständlich, warum in jeder Wahlperiode für die Landwirtschaft eine komplett neue Reform auf den Weg gebracht wird. Warum verunsichert man mit einer neuen Reform die Landwirte in Europa? Besser wäre es, Korrekturen an der bestehenden Agrarreform vorzunehmen. Die Vorschläge des Agrarkommissars führen außerdem dazu, dass wir uns immer mehr von der Gemeinsamkeit einer Europäischen Agrarpolitik entfernen“, so Albert Deß. „Dabei waren es gerade diese Gemeinsamkeiten der Agrarpolitik, die jahrzehntelang eine unverzichtbare Klammer des Europäischen Einigungsprozesses,“ so Albert Deß weiter.

Die Internationale Grüne Woche 2019 – das Schaufenster der Landwirtschaft – findet zum 84. Mal in Berlin statt. Im Vordergrund steht in diesem Jahr das Thema „Digitalisierung in der Landwirtschaft“: Wie kann Digitalisierung und Datenschutz noch besser eingesetzt werden im landwirtschaftlichen Arbeitsprozess? Wie kann durch den Einsatz modernster Technik und Forschung die landwirtschaftliche Produktion noch umweltfreundlicher und dem Tier- und Pflanzenschutz noch besser Rechnung getragen werden? Wie kann durch den Einsatz von moderner Technik der Hunger in der Welt noch besser bekämpft werden?

„Angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung ist die Aufgabe der Landwirtschaft, die Menschen ausreichend mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen, wichtiger denn je. Unstrittig ist, dass dabei die Ressourcen wie fruchtbare Böden, Wasser und Energie geschont werden. Europa als einer der wichtigsten Agrarregionen und Forschungsstandorte der Welt kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu“, erklärt dazu Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.