02.07.2010

Bürger wollen kein Klonfleisch/ Europäisches Parlament muss diesen Wunsch ernst nehmen

Fleisch von geklonten Tieren auf dem Teller? Den meisten Europäern vergeht bei dieser Vorstellung der Appetit. Nach Meinungsumfragen lehnt die überwältigende Mehrheit der Europäer das Klonen von Tieren zur Herstellung von Nahrungsmitteln entschieden ab. Aber einige, vor allem US-amerikanische Unternehmen, wollen Klonfleisch auf dem Tisch der Verbraucher servieren und einige Mitgliedstaaten der EU, unter anderem auch Großbritannien, wollen diese Möglichkeit zumindest offenhalten.

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments müssen nun am kommenden Mittwoch entscheiden, ob Klonfleisch in Europa erlaubt wird oder nicht. Der Sprecher für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP Christdemokraten), Dr. Peter Liese (CDU), fordert ein eindeutiges Verbot. „Das Unwohlsein der Bürger ist berechtigt. Zwar sagt die Europäische Lebensmittelagentur (EFSA), dass es keine Beweise für eine Gesundheitsschädigung der Menschen durch den Verzehr von Klonfleisch gibt, und auch ich halte die Gefahr einer direkten Schädigung für gering. Aber die EFSA gesteht ein, dass es keine ausreichenden Daten für eine endgültige Bewertung gibt. Sehr viel wichtiger wiegt aus meiner Sicht daher das Tierschutzargument. Die Technik des Klonens von Tieren ist mit großem Leiden für die Tiere verbunden. Nur bei neun bis fünfzehn Prozent der transplantierten geklonten Embryos kommt es überhaupt zur Geburt und bei der Geburt treten sehr häufig schlimme Komplikationen auf. Zudem leiden die Tiere an Herz- und Lungenkrankheiten sowie an Immunschwächen im weiteren Lebensverlauf. Viele von ihnen verenden qualvoll. Der Tierschutz ist ein Prinzip der europäischen Politik, das in den europäischen Verträgen festgelegt ist und deshalb müssen wir diese Argumente berücksichtigen“, so Peter Liese.


Albert Dess (CSU), agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion betonte, dass es keine Gründe für das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken gibt: "Die Versorgungslage in der EU ist ausreichend und daher gibt es keinen Anlass, auf Fleisch von geklonten Tieren zurückgreifen zu müssen. Die jetzige Regelung ist aus verschiedenen Gründen, etwa Tierschutzbestimmungen, nicht hinnehmbar. Um auch den europäischen Verbraucher nicht den Appetit zu verderben, muss eine neue Regelung her, die ein deutliches Verbot ausspricht".

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Albert Deß MdEP

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Albert Deß


 
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